Philipp Schaefer bekam seine erste Kamera mit etwa acht Jahren: eine Ricoh-Kompaktkamera. Als Teenager fand er erneut zur Fotografie, als ihm sein Vater eine Canon AE-1 Program schenkte.
Seine Antworten für Developing Stories sind knapp, doch manche Gedanken haben ein besonderes Gewicht. Auf die Frage, was er am häufigsten fotografiert, antwortet er mit einem einzigen Wort: Gesichter.
Gesichter zuerst
Schaefer hält derzeit Familie, Reisen und städtische Räume fest. Im Mittelpunkt seines Archivs steht für ihn nicht ein bestimmter Film oder ein entscheidendes Bild. Wichtiger ist, ob eine Fotografie für ihn so schön wird, dass er immer wieder zu ihr zurückkehren möchte.
Ein Augenzwinkern wird greifbar
Film bietet ihm etwas, das ein sofort verfügbares digitales Bild nicht leisten kann. Die folgende Aussage ist aus dem Englischen übersetzt.
„Nur Film kann für mich ein Augenzwinkern greifbar machen, einen Moment als Negativ malen. Digital bekomme ich nur Code.“
Der Satz beschreibt Fotografie als Verwandlung einer Geste in einen Gegenstand. Ein Blick, ein Gesicht oder ein Sekundenbruchteil wird zu etwas Materiellem, das man in den Händen halten, entwickeln, vergrößern und immer wieder betrachten kann.
Vom Negativ zum Dia
Sein Interesse am materiellen Bild führt ihn auch zum Farbumkehrfilm. Anders als beim Negativ enthält das entwickelte Dia bereits ein positives Bild. So fühlt sich die Fotografie noch stärker wie ein eigenständiger Gegenstand an und weniger wie eine Datei als Zwischenstufe.
Genauer hinsehen
Als Nächstes möchte Schaefer die Makrofotografie erkunden. Sie zeigt einen anderen Maßstab als die Gesichter, Familienszenen und städtischen Räume, die er gewöhnlich fotografiert. Doch der Grundgedanke bleibt derselbe: Mit der Kamera etwas Flüchtiges oder leicht Übersehenes in etwas Bleibendes verwandeln.
Für Schaefer ist die Analogfotografie wichtig, weil ein Moment nicht abstrakt bleibt. Er wird greifbar.
Developing Stories ist eine redaktionelle Reihe von Berlin Photo Studio über die Menschen, Erinnerungen und Lebensgeschichten hinter den Fotografien, denen wir begegnen.