Lorenzo Scutti beschreibt seine fotografische Haltung mit einem einfachen Spannungsverhältnis: für das Motiv unsichtbar sein und zugleich ganz im Moment bleiben. Diese stille Aufmerksamkeit prägt seine Bilder ebenso wie die Arbeit mit Menschen bei Berlin Photo Studio.

Präsent sein, ohne zu stören
Lorenzo ist ein italienischer Fotograf, der in Berlin lebt. Er möchte eine Szene beobachten, ohne sie für die Kamera inszenieren zu lassen. Dabei geht es ihm nicht um emotionale Distanz, sondern darum, den Moment nicht zu stören, den er festhalten möchte.
„Was mich als Fotograf am meisten auszeichnet, ist, für mein Motiv unsichtbar und trotzdem im Moment präsent zu sein.“
Besonders wichtig ist diese Haltung in seinem Projekt IMPETO, das zeitgenössischen Tanz dokumentiert. Eine Bewegung lässt sich nicht exakt wiederholen. Deshalb muss der Fotograf vorausdenken, reaktionsfähig bleiben und die Energie respektieren, die bereits im Raum ist.
Wie kam Lorenzo zu Berlin Photo Studio?
Lorenzo kontaktierte Emiliano direkt und kam im Mai ins Team. Seine Erfahrung mit einem Onlineshop für ältere Kameras und Film passte gut zum Kameraverkauf und zur Kundenbetreuung im Studio.
Bei Berlin Photo Studio unterstützt er Kundenbetreuung, Kameraverkauf und Scanumwandlung. Diese Aufgaben verlangen dieselbe Haltung wie seine Fotografie: genau hinsehen, zuerst zuhören und verstehen, was tatsächlich gebraucht wird, bevor man handelt.
Die Kamera, mit der alles begann
Die Olympus Trip 35 ist wegen ihres Designs und ihrer Einfachheit noch immer Lorenzos liebste analoge Kamera. Vor allem aber war sie die Kamera, die seine Neugier auf die analoge Fotografie weckte.
Zurzeit arbeitet er mit einer Nikon FE2 und einem 24-mm-Objektiv. Der weite Bildwinkel fordert ihn dazu auf, jeden Teil des Bildes mitzudenken. Schwarzweißfilm nimmt ihm zugleich die Möglichkeit, den Blick einfach über Farbe zu lenken.
Warum Fomapan?
Lorenzo wählt Fomapan wegen seiner Vielseitigkeit und entwickelt ihn in einem üblichen Schwarzweißverfahren. Eine flexible Filmsorte ist hilfreich, wenn die Motive zwischen Straßenbeobachtungen, dokumentarischen Momenten und Performance wechseln.
Für ihn ist Schwarzweißfotografie mit Weitwinkel eine Übung in Disziplin. Der Bildaufbau wird bewusster, weil der Ausschnitt mehr Informationen enthält und jede Beziehung zwischen Motiv, Hintergrund und freiem Raum sichtbar wird.
Was Fotografie und Kundenbetreuung gemeinsam haben
Wer die erste Kamera auswählt, braucht nicht unbedingt das teuerste Modell. Wichtig ist eine Kamera, die man versteht und tatsächlich mitnimmt. Lorenzos Erfahrung mit älterer Ausrüstung hilft ihm, technische Unterschiede in praktische Entscheidungshilfen zu übersetzen.
Dasselbe gilt für Scans. Auflösung, Dateiformat und Farbabstimmung sind wichtig. Sie sollten jedoch dem Foto dienen, statt die fotografierende Person mit Wahlmöglichkeiten zu überfordern.
Lies mehr im Profil von Lorenzo Scutti oder folge @lorenzoscutti.
Häufige Fragen
Was macht Lorenzo bei Berlin Photo Studio?
Er unterstützt die Kundenbetreuung, den Verkauf älterer Kameras und die Scanumwandlung.
Welche Kamera nutzt Lorenzo?
Seine Lieblingskamera ist die Olympus Trip 35. Zurzeit arbeitet er mit einer Nikon FE2 und einem 24-mm-Objektiv.
Welchen Film bevorzugt Lorenzo?
Er bevorzugt den vielseitigen Schwarzweißfilm Fomapan und nutzt ein übliches Schwarzweiß-Entwicklungsverfahren.
Checkliste für die nächsten Schritte
- Bestimme das genaue Format, Produkt oder Kameramodell.
- Notiere das gewünschte Ergebnis und den Verwendungszweck des Bildes.
- Betrachte Entscheidungen zu Aufnahme, Entwicklung, Scannen und Bearbeitung getrennt.
- Behalte eine normale Referenz bei, statt alle Einflussgrößen gleichzeitig zu ändern.
- Bewahre Auftragsdaten, Bildnummern und Originaldateien auf.
- Kläre offene Fragen vor einem unumkehrbaren Schritt.
Mit dieser Checkliste ersetzt du Vermutungen durch ein Vorgehen, das sich wiederholen und verbessern lässt.
Häufige Fehler vermeiden
Der größte Fehler ist, zu handeln, bevor das Material eindeutig identifiziert wurde. Weitere häufige Probleme: sich auf ein einziges Beispiel verlassen, Negative entsorgen, eine Kamera mit abgelaufenem Film testen, stark bearbeiten, bevor die Belichtung geprüft wurde, oder dem Labor unvollständige Anweisungen geben.
Wende bei Geräten keine Gewalt an, öffne unbekannten Film nicht bei Raumlicht und reinige wichtige Negative nicht mit Haushaltsmitteln. Prüfe zunächst ohne bleibenden Eingriff, bevor du etwas Unumkehrbares tust.
Hilfreiche Fragen
- Welche Beobachtungen stützen die vermutete Erklärung?
- Ist das Problem auf dem Film selbst sichtbar oder nur im Scan?
- Welcher Schritt lässt sich noch rückgängig machen?
- Was sollte als Referenz aufbewahrt werden?
- Lässt sich zunächst eine repräsentative Aufnahme oder ein einzelner Film testen?
- Welche Informationen braucht die Person, die den nächsten Arbeitsschritt übernimmt?
Gute Fragen sind oft wertvoller als eine schnelle Korrektur, weil sie helfen, die übrigen Fotos zu schützen.
Aus dem Ergebnis lernen
Vergleiche nach dem nächsten Arbeitsschritt das Ergebnis mit dem Ausgangszustand und notiere die Veränderungen. Achte auf gleichmäßige Belichtung, nutzbare Details, Farbe, Korn, Schärfe und die praktische Handhabung. Bewahre die Testdateien zusammen mit dem Negativ oder der Auftragsnummer auf.
Behalte beim nächsten Film oder Archivbestand bei, was funktioniert hat, und ändere nur den schwächsten Teil des Ablaufs. So entsteht eine eigene Referenz, die verlässlicher ist als Beispiele mit unbekannter Ausrüstung und Verarbeitung.
Den Arbeitsablauf dokumentieren
Lege für dieses Thema einen Ordner oder eine Notiz an. Sammle darin die zugehörigen Fotos, Bildnummern, Kameraeinstellungen, Entwicklungsanweisungen und Scanversionen. Benenne Dateien aussagekräftig und bewahre die ursprünglich gelieferten Dateien unverändert auf. So kann auch jemand, der später hilft, nachvollziehen, was bereits ausprobiert wurde.
Die Dokumentation muss nicht aufwendig sein. Ein Handyfoto des Negativstreifens und sechs Zeilen Notizen reichen oft aus, damit beim nächsten Film nicht wieder dieselben Fragen offenbleiben. Bei Archiv- oder Auftragsarbeiten solltest du zusätzlich Datum, zuständige Personen und den Aufbewahrungsort des Materials festhalten.
Weitere Ratgeber: Mila kennenlernen: ein Jahr bei Berlin Photo Studio; Martina Gambino kennenlernen: Verbindung, Film und Archive.
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